Fachbeiträge
Beieindruckende Leistung im Basalt Steinbruch
Im Rahmen der Steinexpo 2008 vom 03. bis 06.09. 2008 im Steinbruch der Mittelhessischen Hartstein Industrie in Niederofleiden führte Vermeer die derzeit weltgrößte Flächenfelsfräse Terrain Leveler T1255 vor.
Das Gerät hat ein Eigengewicht von 110 Tonnen bei einer Länge von 12,40 m, einer Frästrommelbreite von 3,70 m und einer variablen Frästiefe von 0 bis 60 cm. Die Fahrwerksbreite beträgt maximal 3,40 m. Transportiert wird die Maschine in zwei Teilen dem Fahrwerk inklusive der Fahrerkabine und dem Fräsausleger mit Trommel. Die Demontage des Gerätes wird von zwei Mechanikern innerhalb von 8 Stunden erledigt. Auch der Zusammenbau des T 1255 geschieht in diesem Zeitrahmen, besonders hervorzuheben ist, dass dazu weder ein Kran oder sonstiges Hebezeug auf der Einsatzstelle vorzuhalten ist.
Angetrieben wird die Flächenfelsfräse von einem 6 Zylinder Caterpillar C - 16 Motor mit einer Leistung von 447 KW (600 PS) der Antrieb der Fräskette und der Frästrommel erfolgt hydrostatisch. Die mit 160 Einzelzähnen bestückte Trommel kann bis zu 5° geneigt werden, so dass ein GPS oder lasergesteuerter Flächenabtrag vorgenommen werden kann.
Die hydraulisch höhenverstellbare Fahrerkabine ist mit luftgefedertem Schwenksitz, Klimaanlage, Heizung, Radio und Sonnenschutzfenstern ausgestattet. Fahrwerksketten mit einer Breite von 76 cm sorgen für eine gute Standsicherheit und eine angemessene Flächenbelastung.
Mit dieser Arbeitsweise wird das Festgestein gelöst, gebrochen und abgelegt. Der T 1255 fährt rückwärts wobei die Frästrommel auf die gewünschte Tiefe eingestellt wird, mittels der Fräszähne wird der Fels aus der Formation brechend gelöst und abgelegt. Als Haufwerk bleibt ein Material mit einer Kornabstufung von 0 - 300 mm vor der Fräse liegen.
Die einzelnen Fraktionen ergeben sich üblicherweise wie folgt:
0 - 8 mm ca. 6 - 8%
8 - 32 mm ca. 6 - 10%
32 - 63 mm ca. 15 - 25%
63 - 100 mm ca. 20 - 30%
100 - 200 mm ca. 20 - 30%
200 - 300 mm ca. 10 - 20%
Das gewonnene Rohmaterial kann mit den im Steinbruch vorhandenen Fahrzeugen zu den endverarbeitenden Brechern oder Mühlen transportiert werden.
Diese Einsatzmöglichkeiten sind technisch und wirtschaftlich sinnvoll:
- Anwendung des T1255 als Sprengersatz
- Flächige zentimetergenaue Gewinnung bis an vorgegebene Koordinaten
- Gewinnung von sortenreinem Material
- Trennung zwischen Abraum und Mineral
- Abbau von werthaltigen Lagerstätten die als Streifen oder Bänke anstehen
- Wechselnde Einsatzorte, Nutzung mehrerer Steinbrüche
- Zeitlich begrenzter Abbau
- Flächennivellierung

Während der Vorführungen bei der Steinexpo und auch danach wurden Stundenleistungen zwischen 700 und 900 Tonnen pro Stunde in einem Basalt mit einer einaxialen Druckfestigkeit von ca. 240 Mpa erzielt.


